Was Bedeutet RSI?!
Der Relative Strength Index | RSI bedeutet auf Deutsch: Relative-Stärke-Index. Es handelt sich um einen Momentum-Indikator (Impuls), der von J. Welles Wilder Jr. entwickelt wurde und in der technischen Analyse eingesetzt wird. Der RSI misst die Geschwindigkeit und die Veränderung der Preisbewegung eines Assets, um zu bewerten, ob es überkauft oder überverkauft ist. Du kannst den RSI auf den meisten Trading-Plattformen sowie in unseren technischen Analyse-Tools wie TradingView verfolgen.
Der Relative-Stärke-Index wird als Oszillator (Linienchart) auf einer Skala von 0 bis 100 dargestellt. Der RSI beschränkt sich jedoch nicht darauf, überkaufte und überverkaufte Assets zu bestimmen.
Er kann außerdem darauf hinweisen, dass bei einem Asset eine bevorstehende Umkehr des langfristigen Trends oder ein korrigierender Pullback wahrscheinlich ist. So verbesserst du die Effizienz deiner Entscheidungen, wenn es darum geht, den besten Moment zum Kaufen oder Verkaufen zu finden.
Wenn der RSI über oder gleich 70 liegt, deutet das typischerweise auf eine überkaufte Situation hin. Als Spekulant solltest du dann vielleicht über einen Verkauf nachdenken.
Ein RSI von 30 oder darunter zeigt dagegen eine überverkaufte Situation an. Als Spekulant kann es interessant sein, bei Werten mit weiterhin soliden Fundamentaldaten trotz FUD zuzugreifen.
Relative Strength Index | Funktionsweise
Als Momentum-Indikator vergleicht er die Stärke eines Assets an Tagen mit steigenden Preisen mit seiner Stärke an Tagen mit fallenden Preisen. Verknüpfst du das Ergebnis dieses Vergleichs mit der Price Action (PA), verstehst du die Performance eines Assets besser.
Der RSI kann zusammen mit anderen technischen Indikatoren wie den Moving Averages und Exponential Moving Averages | MA und EMA Tradern helfen, effizientere Trading-Entscheidungen zu treffen. Wichtig ist jedoch, immer im Hinterkopf zu behalten, dass dieser Indikator dem Preis stets hinterherhinkt, und folglich gilt: je länger die verwendete Historie, desto relevanter die gelieferte Information.
Berechnung des Relative Strength Index
Der Relative Strength Index wird anhand des Verhältnisses zwischen dem Durchschnitt der Aufwärtsbewegungen und dem der Abwärtsbewegungen über einen bestimmten Zeitraum berechnet. Genauer gesagt wird der RSI nach folgender Formel berechnet:
Dabei ist: MH der Durchschnitt der Aufwärtsbewegungen in den letzten X Zeiteinheiten (ZE).
MB der Durchschnitt der Abwärtsbewegungen in den letzten X Zeiteinheiten (ZE). Beachte jedoch, dass man je nach den bei der Berechnung des RSI verwendeten Variablen unterschiedliche Ergebnisse erhält. Die Ergebnisse variieren je nach Berechnungsmethode der Durchschnitte (einfach, exponentiell, arithmetisch) und je nach gewählter Zeiteinheit [monatlich (M), wöchentlich (W), täglich (D), 4H usw.].

Die Standardlänge des für die RSI-Berechnung verwendeten Zeitraums beträgt 14 Tage. Schließt der Markt beispielsweise an sieben der letzten 14 Tage mit einem durchschnittlichen Gewinn von 2 % im Plus und schließen die restlichen 7 Tage alle mit einem durchschnittlichen Verlust von -1 % im Minus, erfolgt die RSI-Berechnung wie folgt:

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RSI: Werte und Zonenbestimmung
Der RSI ist ein auf 0 bis 100 begrenzter Indikator. Er kann daher 2 Extremzonen und 1 mittlere Zone anzeigen: die Überkauft-Zone, die Überverkauft-Zone und die Neutralzone. Genau in der Mitte zwischen 0 und 100 liegt 50, was den Medianwert darstellt und somit die Neutralzone anzeigt. 50 bildet also den zentralen Punkt zwischen der Überkauft-Zone und der Überverkauft-Zone
RSI: Anwendung | Analyse | Interpretation
Anwendung: Schritt 1
Bestimme, in welcher Zone sich der Preis | Price Action befindet: Überkauft, Überverkauft oder Neutralzone. Um den Relative Strength Index abzulesen, kann ich zahlreiche komplett kostenlose Tools wie TradingView oder Coinalyze nutzen.
A. Preis in der Überkauft-Zone | über 70
Wahrscheinlicher oder bevorstehender Aufwärtstrend

B. Preis in der Überverkauft-Zone | unter 30
Wahrscheinlicher oder bevorstehender Abwärtstrend

C. Preis in der Neutralzone: zwischen 30 und 70
Zu erwartende Seitwärtsbewegung (Range)

RSI Anwendung: Schritt 2
Handle entgegengesetzt zu dem, was der RSI in den Extremzonen anzeigt (bei Bestätigung durch die Price Action (PA) und andere Hinweise):
- Verkaufen in der Überkauft-Zone
- Kaufen in der Überverkauft-Zone
Achtung! Das ist BEI WEITEM kein perfektes Signal! Der Preis kann in der Überkauft-Zone noch eine mehr oder weniger lange Zeit weiter steigen.
RSI Anwendung: Schritt 3
Handeln in der Neutralzone; Anfänger-Trader konzentrieren sich zu oft nur auf die Extremzonen, ohne die Neutralzone zu berücksichtigen.
Bullishe Price Action: PA bullish
- Long-Einstiegssignal, wenn der RSI den Median nach oben kreuzt und darüber bleibt, sofern dies durch die PA bestätigt wird.
- Signal zur Gewinnmitnahme bei einem laufenden Short (Bestätigung erforderlich).
Bearishe Price Action: PA bearish
- Short-Einstiegssignal, wenn der RSI den Median nach unten kreuzt und darunter bleibt.
- Signal zur Gewinnmitnahme bei einem laufenden Long
In der Praxis stellst du den RSI-Indikator auf Tradingview ein, indem du eine Linie für den Median exakt auf dem Niveau 50 der y-Achse einzeichnest.
Die Signale aus der Neutralzone sind deutlich weniger zuverlässig als die aus den Extremzonen. Die vom RSI gelieferten Signale müssen immer mit anderen Signalen konfluent sein.
RSI Anwendung: Schritt 4
Führe eine technische Analyse des RSI durch; lässt sich eine aufsteigende Trendlinie auf dem RSI einzeichnen, ist das potenziell ein Verkaufssignal.

RSI Anwendung: Schritt 5
Divergenz: eine Unstimmigkeit zwischen der Price Action (PA) und dem, was der Indikator (RSI) eigentlich zeigen sollte. Sie tritt auf, wenn der Oszillator ein Signal gegen den Trend zeigt, im Vergleich zu dem, was die Price Action (PA) normalerweise anzeigt. Durch die Beobachtung von Divergenzen lassen sich also Anomalien erkennen.
Divergenzen können „Hinweise“ auf die Stärke oder Schwäche des aktuellen Trends liefern. Es handelt sich um Anomalien: Sie ermöglichen es uns, Umkehrungen im Voraus zu erkennen.
Diese Divergenzen sind der Schlüssel zum Verständnis und zur effizienten Nutzung des RSI.
RSI: die 2 wichtigsten Divergenz-Kategorien
Divergenzen in deine Interpretation und technische Analysen einzubeziehen, hilft dir, potenzielle Umkehrungen oder Bewegungen zu erkennen. Hier siehst du die verschiedenen Arten von bullishen und bearishen Divergenzen des Relative Strength Index
1. Die sogenannten klassischen oder offensichtlichen RSI-Divergenzen
a. Die klassischen bullishen Divergenzen
- Der Preis bildet immer tiefere oder gleichbleibende Tiefs
- Der Indikator bildet immer höhere oder gleichbleibende Tiefs

b. Die klassischen bearishen Divergenzen.
Hierbei handelt es sich einfach um das Gegenteil:
- Der Preis bildet immer höhere oder gleichbleibende Tiefs
- Der Indikator bildet immer tiefere oder gleichbleibende Tiefs
2. Die versteckten Divergenzen
a. Die versteckten bullishen Divergenzen
- Der Preis bildet immer höhere oder gleichbleibende Tiefs
- Der Indikator bildet immer höhere oder gleichbleibende Hochs

b. Die versteckten bearishen Divergenzen
- Der Preis bildet zunehmend niedrigere oder gleichbleibende Hochs.
- Der Indikator bildet immer höhere oder gleichbleibende Hochs

Mein YouTube-Tutorial zum Relative Strength Index
Relative Strength Index und Swing Failure Patterns
Swing Fail Pattern Definition: Es handelt sich um das Scheitern beim Durchbrechen des letzten Hochs oder Tiefs, während sich der RSI in Extremwerten befindet.
Swing Failure Patterns: Die 2 Typen
Der Swing Fail Stop

Der Swing Fail Bottom

Wenn du mehr über die Trading-Patterns erfahren möchtest, die ich wirklich verwende: Ich habe dazu auch ein eigenes Tutorial erstellt!
Wenn dir das alles etwas sagt, empfehle ich dir wärmstens, direkt mit meinem kostenlosen YouTube-Tutorial und meiner praktischen RSI-Anleitung weiterzumachen! Andernfalls empfehle ich dir, auf unserem Trading- und Krypto-Blog zu stöbern – dort findest du weitere kostenlose Tutorials zu technischen Indikatoren!
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